Aufregung vor
einem wichtigen Gespräch oder Prüfungsangst hat sicher jeder schon einmal
erlebt. Doch Angst vor einer Party oder davor, in Gegenwart anderer zu essen?
Das scheint den meisten von uns wohl übertrieben. Für Menschen mit einer
sozialen Phobie sind solche Ängste allerdings sehr real.
Sie sind auf
eine Geburtstagsfeier eingeladen, auf der Sie eigentlich nur den Gastgeber
kennen. Wie fühlen Sie sich am Abend vor der Party? Sind Sie neugierig darauf,
was dort für Leute sein werden? Haben Sie vielleicht etwas Bedenken, dass Sie
niemanden finden, mit dem Sie sich unterhalten können? Oder bekommen Sie gar
Schweißausbrüche und Herzrasen, wenn Sie an den Abend denken?
Eine gewisse
Nervosität ist in so einer Situation sicher verständlich. Aber keinesfalls ein
Grund, schon vorher schlaflose Nächte zu haben und dem Abend mit zitternden
Händen, Herzrasen und Schweißausbrüchen entgegen zu sehen, könnte man meinen.
Menschen mit einer sozialen Phobie geht es aber genau so – und das sind gar
nicht so wenige: Schätzungsweise 15% der Bevölkerung entwickeln einmal in ihrem
Leben eine soziale Phobie.
Menschen mit
einer sozialen Phobie leiden unter der ständigen Angst, sich vor Anderen zu
blamieren, von ihnen nicht akzeptiert oder kritisiert zu werden. Diese Angst
kann in allen sozialen Situationen des täglichen Lebens auftreten: Betroffene
fühlen sich z.B. unwohl, wenn sie vor anderen reden, essen oder trinken müssen
– ganz zu schweigen davon, mit anderen Menschen Kontakt aufzunehmen. Die Angst
zeigt sich auch in körperlichen Beschwerden wie Schweißausbrüchen, Herzrasen/
Herzklopfen, Erröten, zitternden Händen, Übelkeit, Schwindel oder Durchfall.
Menschen mit einer sozialen Phobie meiden zunehmend solche für sie unangenehmen
Situationen, was soweit gehen kann, dass sie irgendwann kaum noch ihre Wohnung
verlassen.
So bauen Sie
Ängste ab
Wenn Sie
unter einer sozialen Phobie leiden, kann Ihnen ein Psychotherapeut helfen, Ihre
Ängste Stück für Stück abzubauen. Die gängigsten Verfahren sind hierbei die
tiefenpsychologisch fundierte Therapie und die kognitive Verhaltenstherapie.
Sie können
aber auch einiges selbst tun! Vor allem wenn Ihre Ängste noch nicht sehr
ausgeprägt sind, können Ihnen folgende Tipps zu einem angstfreieren und
entspannteren Alltag verhelfen:
Bewegen Sie sich regelmäßig – am besten an
frischer Luft,
denn körperliche Betätigung wirkt
antidepressiv, entspannend und angstlösend.
Entspannen Sie Ihre Muskeln.
Lösen Sie Muskelverspannungen, z.B. durch
Massagen oder Kräuterbäder.
Entspannen Sie Ihren Geist.
Mit Entspannungsübungen können Sie sich
bereits im Vorfeld für unangenehme Situationen "wappnen" – und
nachher helfen Sie Ihnen, eventuell entstandene Spannungen wieder abzubauen.
Gut geeignet sind dafür z.B. Autogenes Training, Tai Chi, Qigong oder die
progressive Muskelrelaxation nach Jacobson.
Soziale
Phobie oder nur schüchtern?
Woran erkennt
man nun, ob es sich wirklich um eine soziale Phobie handelt oder vielleicht
doch nur um normale Schüchternheit? Wer schüchtern ist, ist im Kontakt mit
anderen (unbekannten) Menschen oft etwas befangen und wird vielleicht auch hin
und wieder Situationen meiden, in denen er auf neue Leute trifft. Jemand mit
einer sozialen Phobie hingegen fühlt sich in solchen Situationen nicht nur unwohl,
sondern entwickelt regelrecht Ängste und reagiert auch mit körperlichen
Angstsymptomen wie Zittern und Herzrasen.
Hinter beidem
- sozialer Phobie und Schüchternheit - versteckt sich meist die Angst vor
Ablehnung. Der Grund für diese Angst liegt in einem negativen Selbstbild: Wenn
ich mich selbst schon nicht leiden kann – warum sollten mich dann andere mögen?
Die eigene schlechte Meinung von sich
wird dann auch von anderen erwartet. Selbst positives Feedback ändert
oft nichts an dieser Einschätzung ("Das hat er doch nur gesagt, weil er
nett sein wollte.").
Der
wichtigste Schritt zu einem harmonischen Miteinander und vor allem einem
zufriedeneren Leben ist, mit sich selbst ins Reine zu kommen: Freunden Sie sich
mit sich selbst an und verzeihen Sie sich auch die eine oder andere Schwäche -
bei anderen sind Sie ja schließlich auch nachsichtig. Sie werden keine Angst
mehr vor Ablehnung und Kritik durch andere haben, wenn Sie sich als wertvollen
und liebenswerten Menschen begreifen.
quelle artikels: http://www.mein-gesundbrunnen.de
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